Hallo liebe Tennisspieler hier ist wieder
euer Markus von All about Tennis. Heute möchte ich euch erklären, wie ich ziele. Also wenn
ich zum Beispiel eine Vorhand spiele, warum geht eine long line, warum geht die andere
cross. Was mache ich da anders. Das kann man übrigens auf so ziemlich alle Schläge übertragen.
Das ist überall das gleiche. Also auch bei der Rückhand, oder auch beim Aufschlag. Wobei
da eigentlich das meiste relativ unbewusst passiert. Also ich achte jetzt nicht großartig
darauf etwas anders zu machen. Sondern es ist ziemlich unbewusst. Aber mir wurde mehrfach
die Frage gestellt eben wie ich das mache. Und auch in meiner Tennisschule stelle ich
fest, dass es immer wieder Probleme damit gibt. Und deswegen möchte ich das erklären,
was man da eben anders macht. Was mir dann eben teilweise von Schülern gezeigt wird,
die eben noch nicht so erfahren sind, dass sie sagen o. k. ich spiele zum Beispiel einen
guten longline Ball, da passt alles, und dann möchte ich ihn cross spielen und dann tue
ich mir schwer. Und dann versuchen sie eben da ihre Technik zu ändern und den Ball irgendwie
mit dem Handgelenk rüber zu schlenkern. Oder ich spiele einen guten cross Ball und beim
longline habe ich aber Probleme. Und genau so soll es eben nicht sein, dass man dann
den longline Ball nur schiebt und seine Technik ändert. Denn die Technik, genau die, soll
ja immer gleichbleiben. Also der Schlag selbst. Jetzt, wenn ich aber am Schlag selbst nichts
ändere, dann muss ich natürlich irgendwo etwas Anderes ändern. Und das ist im Grunde
genommen die Position zum Ball. D.h. ich bewege mich einfach an eine andere Position. Ich
möchte das einmal anhand eines Beispiels erklären, und zwar einmal ganz extrem. Sagen
wir einmal ich möchte einen Ball gerade nach vorne wegspielen. D.h. ich würde diesen Ball
hier treffen, vor mir eben mit einem schönen Abstand, sodass er hier auf den Schläger
trifft, die Brust ist nach vorne ausgerichtet. Und jetzt sagen wir einmal eben extrem, jetzt
möchte ich einen Ball nicht nur hier ein bisschen cross Spielen, weil da wäre ja der
Unterschied minimal. Sondern ich möchte den Ball mal nicht gerade nach vorne spielen,
sondern in einem 90° Winkel komplett hinüber auf den Nebenplatz. Jetzt erreiche ich das
nicht in dem ich den Ball an dieser Stelle treffe und ihn dann irgendwie so hinüberschlenkere.
Das wäre ja eine völlig schlechte Technik. Sondern ich nehme einfach eine andere Position
ein. Und zwar, der Ball ist hier und ich gehe an diese Stelle. Somit konnte ich praktisch
jetzt von da drüben auch eine perfekte Technik in diese Richtung spielen. Und genau so funktioniert
eigentlich auch Zielen. Ich habe meine Technik, ich habe meinen Treffpunkt wo ich gerne treffe
und das richte ich eben auf den Punkt aus wo ich den Ball hin spielen möchte. D.h.
ich ändere im Grunde genommen gar nichts, sondern ich spiele einfach meinen Schlag in
diese Richtung wo ich ihn spielen möchte. Ja? Also dass ich dann natürlich anders an
den Ball hin laufe ist eigentlich offensichtlich. Wenn wir uns das jetzt genau anschauen, was
eben, inwiefern ich da anderes hinlaufen muss, bei einem longline oder cross Ball, dann ist
das eben minimal. Deswegen habe ich es jetzt einmal ganz extrem gezeigt. Wenn ich jetzt
einen longline Ball spiele wäre der Treffpunkt eben so. Meine Brust ausgerichtet nach gerade
vorne, und bei einem cross Ball wäre der Treffpunkt etwas näher am Körper und weiter
vorne. Also in der Position. Und meine Brust wäre auch ausgerichtet nach cross, in dem
Moment wo ich treffe. Ja? Jetzt habe ich allerdings ja den Ball geändert. Also ich habe jetzt
praktisch, der Ball ist jetzt nicht hier, sondern ich hab mich gedreht und damit ändert
sich ja nicht meine Position, sondern die Position des Balles. Das geht natürlich nicht
in Wirklichkeit, sondern ich müsste jetzt praktisch, wenn ich diesen Ball an der Stelle
cross spielen möchte, müsste ich etwas näher zum Ball hinlaufen und ihn ein Stück weiter
vorne treffen. Aber im Grunde genommen denke ich nicht an den Unterschied zu einem Longline
sondern ich spiele eben meine Technik auf den Punkt. Das Feld ist dabei eigentlich überhaupt
nicht ausschlaggebend. Ich könnte wie ich es vorher gesagt habe auch den Ball in diese
Richtung spielen oder in diese oder hinter an die Wand. Ich muss mich nur dementsprechend
stellen und meine Technik spielen. Deswegen passiert das im Grunde genommen auch, ja,
sehr unbewusst, weil ja eigentlich keine Änderung stattfindet, von seinem Schlag. Auch jetzt,
wenn wir zum Beispiel zur Fußstellung gehen, die Fußstellung kann ja extrem variieren
bei einer Vorhand. Deswegen muss ich da auch nichts ändern. Ich kann seitlich stehen zu
dem Ball wo ich spiele oder offen. D.h. wenn ich jetzt offen raus laufe, dann kann ich
mit einer offenen Fußstellung jeden Punkt anspielen. Ich kann mich auch im Grunde genommen
seitlich stellen und kann auch jeden Punkt anspielen. Nur was ich eben nicht machen sollte
ist mich zu schräg stellen. Dann wird es irgendwann schwer mit einem Crossball. Und
bei der Rückhand ist es im Grunde genommen sehr ähnlich. Nur dass ich da eben nicht
aus der Körperdrehung schlage, sondern eben seitlich bleibe. Aber ich laufe eben hin,
wenn ich longline spiele, bleibe ich seitlich zum longline Ball, schwinge entlang dem Körper.
Und bei einem Crossball ist mein Oberkörper eben ein bisschen mehr aufgedreht und ich
schwinge wieder entlang des Körpers, mehr in die Richtung cross eben. Bei den Füßen
habe ich ja auch wie bei der Vorhand, zwar nicht ganz zu viel, aber ich habe auch Spielraum.
Ich kann, wenn ein Ball sehr weit rauskommt, durchaus einen sehr großen Schritt nach schräg
drüben machen. Oder wenn ich etwas mehr Zeit habe kann der Schritt auch etwas mehr nach
vorne kommen solange er ein bisschen schräg auf die linke Seite kommt, ist das alles in
Ordnung. So kann ich praktisch auch bei einem Rückhand Longline oder Crossball eigentlich
identisch stehen. Nur der Treffpunkt ist eben wieder ein bisschen anders und der Oberkörper
ist eben beim Crossball etwas mehr aufgedreht. Aber man sollte im Grunde genommen, wenn man
so einen Ball bzw. Schlag spielt, nie einen Crossball mit einem longline Ball vergleichen.
Also nie mit der Einstellung hinlaufen, ich stell mich jetzt zum Ball, und jetzt muss
ich etwas Anderes machen damit der Ball nicht longline geht, sondern cross geht. Nein, sondern
ich lauf an den Ball hin und ich entscheide mich ja schon längst bevor der Ball ankommt,
den Ball möchte ich jetzt cross spielen. Und damit, wenn ich hinlaufe, ist sofort alles
auf cross ausgerichtet. Und da ändere ich auch nichts zum longline Ball, sondern der
spiele ich meine Technik nach cross auf den Crosspunkt. Und die bleibt identisch, dass
ich eine leicht andere Position zum Ball einnehme, passiert automatisch. Denn ich möchte meine
Technik auf den Crosspunkt spielen. Und deswegen passiert eben das Zielen relativ unbewusst,
also die Änderungen. Was vielleicht auch noch ganz interessant ist, wenn wir uns so
einen Treffpunkt anschauen, jetzt zum Beispiel bei der Vorhand, bei der Rückhand wär‘s
wieder ähnlich, und ich gehe dahin und sage ich möchte jetzt longline spielen, dann habe
ich auch bei meinem Treffpunkt einen leichten Spielraum. Also ich kann den nicht nur genau
auf den Zentimeter genau eben an diesem Punkt treffen, sondern ich kann einen longline Ball
auch hier treffen, auch hier, hier. Also ich hab einen leichten Spielraum. Dementsprechend
wenn ich jetzt einen Ball cross spiele habe ich auch einen leichten Spielraum, und kann
hier überall gute Crossbälle spielen. Sodass sich bestimmte Treffpunkte von longline und
cross auch überschneiden können. Also es geht nicht auf den Zentimeter genau, sondern
ein bisschen Spielraum hat man immer. Ja ich hoffe, ich konnte eure Frage bezüglich des
Zielens damit beantworten. Wenn es euch gefallen hat und wenn ihr das Video interessant fandet
dann gebt mir doch einen Daumen hoch. Ich werde versuchen mein nächstes Video möglichst
bald ins Netz zu stellen, damit ihr diesmal nicht so lange warten müsst. Viel Spaß beim
Trainieren, bis dahin. Tschüss.

Tagged : # # # # # # # # # #

Dennis Veasley

12 thoughts on “YouTube Frage – Zielen bei den Grundschlägen – All about Tennis”

  1. Hallo Markus,
    zunächst möchte ich bedanken, dass du die mich begeisternden Videos kostenlos zur Verfügung stellst. Da ich immer noch parallel Tischtennis spiele und erst seit 8 Jahren Tennis spiele, also Tennisspätstarter bin, fällt mir die Abgrenzung gerade bei der Vorhand schwer, oft kommt meine Schulter zu früh, da ich meist zu früh nach vorne schaue. Gibt es einen Trick, der es mir erleichtert möglichst lang den Ball anzuschauen damit mir das mit der zu frühen Rotation nicht immer wieder passiert. Gerade wenn ich Druck machen will, verliere ich an Lockerheit und das eben beschriebene passiert dann erst recht und dadurch wird aus einem mögliche Winner-Schlag eher ein Rohrkrepierer. Vielleicht buche ich dieses Jahr im Herbst eine Woch bei dir,
    viele Grüße aus dem Norden.

  2. Hey Markus, ich finde es top dass sich mal ein deutscher Tenniskanal entwickelt!

    Hier ein paar Sachen die dir helfen können mehr Reichweite zu bekommen:
    – Schrift ther thumpnails ist zu klein /nicht ansprechend
    – Intro ist schon fast zu lang und wirkt unprofessionell
    – Versuche etwas enthusiastischer zu klingen , weniger "ähm" und allgemein alles etwas kürzer und zum Punkt kommen! In 9 Minuten zu sagen dass man seinen Körper ausrichten muss ist viel zu lange!
    – unbedingt ein paar Praxisbeispiele einbauen (in dem Fall longline und cross- Bälle)
    – Visualisiere die Keypoints durch Schrift im Video!

     Viel Erfolg weiterhin!

  3. Lieber Markus Hantschk,

    die Videos sind sehr hilfreich und auch überaus fundiert, Kompliment und Daumen hoch! Gute, klare Erklärungen und differenzierte Betrachtungen zu verschiedenen Themen. Beim Thema "Zielen bei Grundschlägen" wird aber außer acht gelassen, dass sich der Treffpunkt für cross und longline durchaus unterscheidet. Natürlich ändert sich vor allem auch die Position des Körpers zum Ball. Beim Cross Schlag rutscht aber der Treffpunkt definitiv weiter zur Mitte und beim longline Schlag etwas weiter zur Seite. Für einen effektiven und druckvollen Schlag sind das wesentliche Informationen, die man nicht außer acht lassen darf, ansonsten sinkt die Qualität des Schlages. Liebe Grüße Magnus Einhoff

    P.S.: Zu den tollen Technikvideos passen villeicht auch als Ergänzung meine Videos zum Mentaltraining für Tennisspieler. Schau mal rein.

  4. Ich möchte gern wissen, welchen Griff benuztst du beim Vorhand? Eastern oder Semiwestern? Vielen Dank

  5. Hallo Markus, bei diesem Video sehe ich den gleichen Schläger von Wilson pro staff autograph RF 97, den ich vor kurzem sehr günstig erwerben konnte. Mein Vorgänger, ein Hobbyspieler wie ich, kam mit diesem Schläger nicht klar. Nach ca 2 Wochen komme ich mit diesem Schläger auch nicht klar. Ich spielte vorher mit dem Head Intelligence (280 g schwer), der mir eigentlich gut liegt. Der Wilson wiegt ca. 370g und weder klappt der Aufschlag noch Rückhand noch Stopp-Bälle. Ich habe bei den Grundschlägen keine richtige Kontrolle wohin der Ball geht. Mein Spiel hat sich verschlechtert, nicht verbessert. Das einzige was gut klappt ist die Vorhand bei exaktem Schlag. Dann hat mein Gegner reichlich Probleme. Hast Du einen Rat für mich?
    Gruß
    Alfred

Leave a Reply

Your email address will not be published. Required fields are marked *