Hallo liebe Tennisfans! Hier ist euer Markus von “All about Tennis”. Mit einer kleinen Verzögerung kommt hier
nun endlich mein 3. Video zum Return und zwar der Chip. Er ist im Grunde genommen eine recht defensive
Art des Returns, was die Art des Schlages angeht. Andererseits ist er von der Positionierung
doch wieder recht aggressiv, weil man sehr weit vorne steht. Meist auf der Grundlinie oder sogar etwas
davor, innerhalb des Feldes. Ich persönlich retourniere nie auf diese
Art und im kompletten Profitennis sieht man den Chip eher selten. Wawrinka macht ihn hin und wieder, auch von
relativ weit hinten und auch Federer macht ihn manchmal mit der Rückhand. Als 1. möchte ich zur Technik kommen. Ein Chip-Return ist im Grunde ein Slice, mit
zum Teil sehr kurzer Ausholbewegung, so dass er oft eher einem Volley gleicht. Wie weit man letztendlich ausholen kann, hängt
einfach von der Geschwindigkeit des gegnerischen Aufschlages und von der eigenen Position ab. Da die Technik identisch zum Volley bzw. Slice ist , hält man den Schläger auch hier
mit dem Continentalgriff oder Mittelgriff, und der Ball wird auch unterschnitten. Wenn der Aufschlag des Gegners extrem schnell
ist, oder wenn man sich sehr weit vorne positioniert, kann man direkt neben dem Körper mit dem
Schlag beginnen oder auch nur minimal ausholen. Sollte der Aufschlag des Gegners doch recht
langsam sein, kann man aber auch spontan doch etwas weiter ausholen und einen ganz normalen
Slice spielen, sowohl mit der Vorhand, als auch mit der Rückhand. Wenn man sich aber vor dem Return darauf eingestellt
hat, den Ball zu chippen, ist es kaum noch möglich, kurzfristig auf einen Topspin umzustellen,
falls der Aufschlag des Gegners doch einfacher kommt, als gedacht. Deshalb bleibt man dann auch beim Chip. Der Schläger wird dann von dieser Position
mit senkrechter bzw. leicht geöffneter Schlagfläche relativ geradlinig schräg nach vorne unten,
unter den Ball durch gestreift. Das Handgelenk sollte dabei sehr stabil und
ruhig bleiben. Auch eine hohe Schlaggeschwindigkeit ist nicht
notwendig, weil man in 1. Linie den Druck des gegnerischen Schlages
mitnimmt. Die Beinarbeit ist auch wie beim Volley. Ich mache einen Splitstep, wenn der Gegner
seinen Aufschlag trifft. In dem Moment, wo ich mit meinen beiden Füßen
gleichzeitig aufkomme, sollte ich erkennen, wohin der Aufschlag des Gegners kommt, so
dass ich mich dann mit dem rechten Bein nach rechts, bzw. mit dem linken Bein nach links,
abdrücken kann. Aufkommen tue ich dann folglich mit dem jeweils
anderen Bein. Ich schlage den Ball, während ich mich abdrücke. Ich machs mal vor. Ich muss also nicht ruhig stehen, beim Schlagen. Das ist genau wie beim Volley. Trotzdem ist es natürlich nicht verboten,
sich zum Ball zu bewegen, falls Zeit dafür vorhanden ist. Dann zur Taktik. Wie bzw. wohin wird ein effektiver Chip gespielt. Ein Chip sollte auf jeden Fall möglichst
flach übers Netz kommen. Er kann sowohl kurz, als auch lang gespielt
werden, je nachdem, was man mit ihm bezwecken möchte. Falls möglich, kann man ihn natürlich in
eine Ecke platzieren, z.B. in die schwächere Rückhand des Gegners. Aber auf einen sehr guten Aufschlag des Gegners,
nutzt man den Chip oft nur, um einfach ins Spiel zu kommen. Womit wir auch schon bei den Einsatzmöglichkeiten
wären. Der Chip ist eigentlich das effektivste Mittel,
um einen extrem guten Aufschlag des Gegners unter Kontrolle zu bringen. Das heißt, wenn der Gegner einen so harten
Aufschlag oder guten Kickaufschlag hat, dass ich ihn mit einem Topspin kaum kontrollieren
kann, dann wäre der Chip z.B. das passende Mittel, da er einfach die beste Kontrolle
bietet. Sollte der Gegner z.B. einen so guten Kickaufschlag
haben, dass ich diesen nicht von weit hinter der Grundlinie retournieren kann, weil der
Ball selbst kurz vor dem Zaun keine angenehme Höhe zum Schlagen erreicht, dann muss ich
diese Aufschläge im Aufsteigen nehmen. Nun ist es aber nicht gerade einfach, einen
Kickaufschlag mit einem einhändigen Rückhand Topspin im Aufsteigen zu nehmen. Wenn ich also merke, dass ich dabei einfach
zu viele Fehler mache, dann könnte ich zum Chip-Return greifen. Das Gleiche gilt für extrem harte 1. Aufschläge des Gegners. Falls ich im Laufe eines Matches merke, dass
meine Returnquote aufgrund der extrem guten und harten Aufschläge meines Gegners zu schlecht
ist, könnte ich den Chip nutzen, um die Quote zu erhöhen. Eine weitere gute Einsatzmöglichkeit für
den Chip wäre, wenn man gleich mit dem Return ans Netz gehen möchte. Man kann den Chip nämlich von sehr weit im
Feld spielen und hat immer noch sehr viel Kontrolle. Auf diese Weise hat man nicht mehr weit zum
Netz und kann trotzdem eine hohe Quote an Returns ins Feld bekommen. So kann ich dann den Gegner unter Druck setzen
und ihn zwingen einen schwierigen und riskanten Passierball zu schlagen. Zum Schluss möchte ich dann noch zu den Vor-
und Nachteilen kommen. Mit den Einsatzmöglichkeiten habe ich ja
bereits einige Vorteile verraten. Der größte Vorteil des Chips ist die hohe
Kontrolle, die man mit ihm hat. Durch die Positionierung sehr weit vorne,
kann man außerdem sehr viele Aufschläge des Gegners erreichen, die man weiter hinten
nicht mehr erwischen würde. So erreicht man überdurchschnittlich viele
Bälle und bekommt sie auch sehr gut unter Kontrolle. Jetzt denkt ihr wahrscheinlich: So viele unglaubliche
Vorteile, super Einsatzmöglichkeiten, und warum spielt er den Chip dann eigentlich nicht? Ja, ich spiele den Chip tatsächlich nie,
was aber auch einfach auch mit meiner Einstellung und meiner Spielweise zusammen hängt. Der Chip hat einen großen Nachteil. Er ist ein relativ defensiver Return, eben
ein Slice. Ein Schlag, der den Gegner nicht von der Grundlinie
wegdrückt, es ei denn, man spielt ihn wirklich fast auf die Grundlinie. In der Regel wird der Gegner dem Ball nach
seinem Aufschlag eher noch entgegen gehen können und gleich Druck aufbauen können. Dazu kommt noch die ungünstige Position,
in der man sich nach dem Chip Return befindet zumindest wenn man nicht gleich ans Netz möchte,
sondern an der Grundlinie bleiben möchte. Man ist relativ weit vorne und bekommt Druck
vom Gegner, so dass in diesem Fall eine etwas defensivere Position eigentlich besser wäre. Das zusammen bringt einem bei einem Chip oft
gleich in die Defensive, was mir einfach nicht gefällt, so dass ich lieber mit Topspin retourniere
und ein paar Fehler mehr in Kauf nehme. Aber das heißt nicht, dass er grundsätzlich
ein schlechter Return ist, wenn man ihn gut kann und er zur eigenen Spielweise passt. Das war’s von mir zum Chip-Return. Ich hoffe, ihr findet das Video interessant
und vielleicht probiert ihr diese Variante ja mal aus und wer weiss, vielleicht kommt
ihr ja gut damit zurecht. Wenn euch das Video gefallen hat, dann würd’s
mich freuen, wenn ihr mir einen Daumen hoch gebt. Viele Spaß beim Üben und bis zum nächsten
Mal. Da erwartet euch ein Video zum Stop. Das habt Ihr euch ja bei der Abstimmung im
letzten Video gewünscht.

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Dennis Veasley

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